Kopfbild
facebook logoinstagram logo

Monika Baer

Preis der Stiftung Dieter Krieg 2019

30.04. - 16.06.2019

Das Kunstmuseum Bonn ist ein Haus, in dem die Auseinandersetzung mit der Malerei schon immer eine große Rolle gespielt hat. In dieser Fokussierung liegt auch der Grund, warum der Dieter Krieg Preis 2019 im Kunstmuseum Bonn vergeben wird. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert, die für den Ankauf eines Gemäldes vorgesehen sind. Das Museum hat sich für den Erwerb eines Bildes der Berliner Malerin Monika Baer entschieden, das nun im Rahmen einer kleinen Werkschau präsentiert wird.

Monika Baer, die 1964 in Freiburg geboren wurde und an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Alfonso Hüppi studierte, ist in Bonn keine Unbekannte. 1998 erhielt sie das vom Bonner Kunstverein ausgerichtete Peter Mertes Stipendium, damals noch für Arbeiten, die sich formal stark von den neuesten Werken unterscheiden.

So zeigen ihre Gemälde der 1990er Jahre - mit denen die kleine Werkschau beginnt - eine stark narrativ geprägte Bildlichkeit. Set 4 aus dem Jahre 1995 etwa entführt den Betrachter in eine märchenhafte Kulissenwelt, die das Setting für rätselhafte Ereignisse bilden könnte. Solch eine erzählerische Qualität schließt im Gegenzug freilich nicht aus, dass Baer großen Wert auf die formalen Qualitäten ihrer Werke legt. In neueren Gemälden scheinen sie sogar die Oberhand zu gewinnen und schnell könnte man die gelbtonigen Bilder der Ausstellung dem Thema der Monochromie zuordnen - wären da nicht die Halterungen, die das Bild an der Wand fixieren und damit eine andere Form von Gegenständlichkeit betonen. Durch diese Objekthaftigkeit erdet Baer ihre Kunst und signalisiert zugleich, dass selbst die hoch pathetische Abstraktion zu einer handelbaren und mobilen Ware werden kann.

So besitzt Baers Kunst auch gesellschaftliche Implikationen. In diesem Sinne verweigert sie sich einfachen Kategorisierungen, auch dann, wenn eine raffinierte Farbmalerei in - auf der Leinwand applizierten - Hartschaumtränen mündet. Sie verleihen dem scheinbar so neutralen Bild Emotion und Körperlichkeit, Eigenschaften, die eine selbstreflexive Malerei lange aus dem Auge verloren hatte.

Künstlerinnengespräch mit Monika Baer und Dr. Christoph Schreier (Kurator): Mittwoch, 1. Mai 2019, 19 Uhr

Kopfbild oben: Monika Baer, Ohne Titel, 1992, Öl auf Leinwand, 44 x 47 cm (Ausschnitt), Courtesy die Künstlerin und Galerie Barbara Weiss, Berlin; oben rechts: Monika Baer, Set 4, 1995, Öl auf Leinwand, 160 x 250 cm

Monika Baer, Untitled, 2013, Öl auf geschnittener Leinwand, Holz, Schnapsflasche, 50 x 40 cm, Courtesy die Künstlerin und Galerie Barbara Weiss, Berlin

Monika Baer, Untitled, 2018, Metallpigment, mineralische Pigmente, Acryl, Hartschaum auf Leinwand, 210 x 160 cm, Courtesy die Künstlerin und Galerie Barbara Weiss, Berlin

Monika Baer, Untitled, 2016, Acryl, Pigment, Quarz auf Leinwand, Aluminium, Schrauben, 51 x 38,5 cm, Courtesy die Künstlerin und Galerie Barbara Weiss, Berlin